Leben in der Wirtschaftskrise: Notvorrat anlegen & Einkommen sichern

Kaum gibt es wieder eine Woche mit positiven Börsenentwicklungen und steigenden Kursen, da atmet die Welt auf. Doch war das wirklich schon alles? Kann eine einzige Woche all das gut machen, was vorher war? Nutzen Sie jetzt die Chance, um sich auf weitere Krisen in den nächsten Monaten und Jahren vorzubereiten!

Nehmen wir einfach mal den worst case an, nämlich dass die nächste große Krise schon bald kommen wird. Was würde dann passieren? Viele Menschen würden Ihre Arbeitsstelle verlieren, die Börse würde erneut einen kräftigen Schub nach unten erleben, möglicherweise würden ganze Staaten Pleite gehen, die öffentliche Versorgung würde vielleicht sogar zusammen brechen und um sein Vermögen noch irgendeinen Wert hätte. müsste man sich auch noch Gedanken machen. Doch bewahren Sie ruhig Blut. Selbst wenn eine solche Krise wirklich eintreten sollte, lässt sich diese Situation überstehen. Ich sehe das so: Allen anderen würde es auch nicht besser gehen, weshalb die Welt dann im Grunde doch wieder genau so wie aktuell wäre. Ansprüche würden allgemein sinken, aber es würde ja auch jedem so ergehen.

Ich verrate Ihnen hiermit meinen Notfallplan für eine potentielle, große Wirtschaftskrise. Ich habe ihn in drei Teile eingeteilt: Die Sicherung Ihrer Einkommensquellen, die Absicherung der Existenz und die Ausrichtung des Vermögensportfolios. Über die existenzielle Absicherung im Form eines privaten Notvorrates für Krisenzeiten habe ich in einem der letzten Artikel bereits geschrieben. Dieser erlaubt ihnen die Ernährung (Essen und Trinken) für mindestens 14 Tage, selbst wenn das gesamte Versorgungssystem weg brechen sollte.

Haben Sie sich jemals gefragt wie sicher Ihr Einkommen eigentlich ist?

Beamte können in solchen Krisenzeiten ruhigeren Gewissens und besser schlafen als Privatbeschäftigte, gewöhnliche Arbeiter und z.B. Selbstständige. Wir haben oftmals über unsere Einkommensquelle keine direkte Macht. D.h. wenn man von heute auf morgen plötzlich gefeuert wird, kann man wenig bis gar nichts dagegen unternehmen und in den ohnehin schon schlechten Zeiten einen neuen Job zu finden, wir auch nicht gerade leicht. Man bekommt dann zwar staatliche Unterstützung wie Arbeitslosengeld zugesprochen, doch gesellschaftlich stellt man sich dann trotzdem relativ weit ins Abseits. Die Folgen: Selbstzweifel und Ungewissheit über die Zukunft. Auch Insolvenzen bei Unternehmen sind in solchen Zeiten nicht selten, denn wer vergibt bei schlechter wirtschaftlicher Lage noch Aufträge und wer kann deren Ausführung noch bezahlen?

Kommen wir schließlich zum 2. Punkt: Sicherung des eigenen Einkommens. Hier sollte man sich von vorne herein dessen bewusst sein, dass es sich um eine langfristig angelegte Planung handeln muss. Kurzfristig kann man hingegen nur eine Art Notfallplan für den Fall der Fälle (dass man plötzlich seinen Job verliert) entwickeln. Wo wäre es z.B. möglich noch ein klein wenig Geld einzusparen ohne direkt riesig viel von seinem Lebensstandard einbüßen zu müssen? Z.B. durch geschicktes Energiemanagement Energiekosten senken, den Stromanbieter wechseln, Telefon- & Internet-Vertrag optimieren, Versicherungen zu günstigeren Anbietern – bei gleicher Leistung – wechseln, usw.

Mit diesen gesparten Geldern kann man sich schon einen kleinen Notvorrat – für schlechtere Zeiten – anlegen. Oder wie wäre es mit einem privaten „Krisenfonds“ für eine potentielle Arbeitslosigkeit, der Ihnen im schlimmsten Fall eine Weile länger dazu Zeit gibt einen neuen Job oder Alternativen zu finden, ohne dass Sie wesentliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssen? „Lagern“ Sie außerdem immer etwas Bargeld – an einem sicheren Ort – in Ihren eigenen vier Wänden, wer weiß wozu es mal gut sein kann. Außerdem ist es ratsam sich schon jetzt bewusst zu machen, welche Ihrer Wertgüter Sie in brenzligen Zeiten schnell zu Geld machen könnten. Und nicht zu vergessen: Verteilen Sie Ihr Geld immer auf mehrere Banken, um stets mehrere mögliche Geldquellen zur Verfügung zu haben, wenn bei einer Bank in Krisenzeiten irgendwelche gewaltigen Probleme auftreten sollten.

Bei der Ausrichtung Ihres persönlichen Vermögensportfolios handelt es sich auch wieder um eine langfristig angelegte Aktion. Hier sollten Sie beachten, dass es nicht anzuraten ist NUR Bargeld, NUR Immobilien oder NUR Aktien zu haben, sondern Sie Ihr Vermögen immer auf mehrere dieser Geldanlageformen verteilt haben sollten. In Finanzkrisen nennt man dies Streuung (Diversifizierung).
So minimieren Sie das Risiko plötzlich alles auf einen Schlag zu verlieren um ein Vielfaches. Denken Sie doch einmal an die vielen unglücklichen Menschen bei allen Börsencrashs , die es bisher gab: Wenn sie ihr ganzes Geld in Aktien investiert hatten, waren vermögende Männer und Frauen plötzlich vom einen auf den anderen Tag plötzlich arm. Wenn man also bei seinen Investments keine Streuung betreibt ist man selbst schuld!

Geht es Ihnen darum, dass Sie bei sich nun diesen Missstand aufgedeckt haben und kurzfristig etwas daran ändern möchten, so bietet sich eine Grobverteilung an. Wenn Sie nach diesen neuen Erkenntnissen zu viel Geld in Bar oder auf dem Sparbuch liegen haben, so sollten Sie sich Gedanken darüber machen vielleicht eine Immobilie zu erwerben? Oder wie wäre es mit Aktien? Aktien sind auch Sachtwerte, die auch dann etwas wert bleiben, wenn das Finanzsystem in sich zusammenfällt. Hier gilt es aber den richtigen Einstiegszeitpunkt zu finden! Achten Sie auf alle Fälle darauf, dass Ihr Vermögen möglichst gleichmäßig in verschiedene Anlageformen aufgeteilt ist. Ich zeige Ihnen hier ein kleines Beispiel für eine solche ausgewogene Verteilung:

• Liquide Mittel: Sparbuch, Kontoguthaben, Festgeldanlagen
• Versicherungen + geförderte Vorsorge
• Aktien / Fonds
• Anleihen / Rentenfonds
• Rohstoffe, ich denke da vor allem an Edelmetalle (z.B. Gold, Silber)
• Derivate: Optionen bzw. Zertifikate (Achtung, sehr spekulativ!)
• Immobilien: Grundstücke, Vorsorgewohnungen, Häuser

Laufende Kredite vorzeitig begleichen: Wenn Sie früher einmal einen Kredit aufgenommen haben, der aktuell noch läuft, Sie aber in der Zwischenzeit auch anderweitig Vermögen angespart haben, so sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob es nicht an der Zeit wäre diesen Kredit so schnell wie möglich vollständig abzubezahlen. Denn aktuell können Sie das ohne Probleme. Was wäre aber, wenn Sie plötzlich Ihre Einnahmequelle verlieren? Wie wird die Bank dann reagieren? Im Moment ist es ganz allein Ihre Entscheidung welche Anlage Sie aufzehren möchten, um Ihren Kredit zu begleichen.

Dieser Artikel klingt vielleicht so als wäre ich ein unverbesserlicher Pessimist, aber so ist es nicht. Ich möchte nur, dass Sie immer für den schlimmsten Fall gewappnet sind und schon einen Plan zurecht gelegt haben, wenn es denn wirklich hart auf hart kommen sollte.

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