Wie erstellt man eine Bilanz?

Sie werden jetzt vielleicht sagen: „Eine Bilanz ist doch das wichtigste in einem Unternehmen, damit das Finanzielle richtig funktioniert.“ Nein, leider nicht ganz richtig. Die Bilanz ist eigentlich nur wichtig für die Bank und den Finanzminister. Für das Unternehmen selbst gibt es viel bessere Steuerungsinstrumente als die Bilanz.

Aber was genau sagt eine Bilanz denn aus? Grob gesagt geben Bilanzen über das Vermögen Auskunft, welches ein Betrieb hat, und wo dieses Vermögen herkommt. Wir unterscheiden zwischen Aktiv (linke Spalte) und Passiv (rechte Spalte). Man bezeichnet diese Spalten im Fachjargon mit den Worten „Aktiva“ und „Passiva“

Die Aktiva (auch „Mittelverwendung“ genannt) umfassen das komplette Anlagevermögen (z.B. Grundstücke oder Maschinen) und das Umlaufvermögen (Forderungen an Kunden, Vorräte, Kassastand, Bankguthaben, …).

Die Passiva klären darüber auf, woher das Geld für die Aktiva kam. Man nennt Passiva auch „Mittelherkunft“. Hier werden Eigen- und Fremdkapital aufgelistet. Ist es jetzt so, dass Ihre Geschäfte nicht gut laufen, ist es sogar möglich, dass das Eigenkapital ins Negative läuft. Dennoch noch lange kein Grund Konkurs anzumelden.

Bilanzen sind nur dazu da um festzustellen, was ein Unternehmen an einem bestimmten Tag wert ist, und was nach Abzug aller Schulden noch übrig ist. Für nicht mehr und nicht weniger.

Dabei handelt es sich natürlich immer nur eine absolute Momentaufnahme. Möglicherweise sah die Lage einen Tag vorher noch ganz anders aus, oder am nächsten Tag macht die Firma plötzlich das Geschäft ihres Lebens, wer weiß!? Genau so verhält es sich auch mit der Gewinn- und Verlustrechnung, die in der Bilanz enthalten ist. Dieses, man könnte fast schon sagen, „lästige Übel“ muss nur 1x pro Jahr für den Staat gemacht werden, damit die Steuern abkassiert werden können.

Sind Sie hingegen wirklich daran interessiert festzustellen, wie es um Ihr Unternehmen in finanzieller Hinsicht steht, und das 365 Tage im Jahr, dann führen Sie einen Liquiditätsplan. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn man sieht wirklich, wie viel Geld man aktuell zur Verfügung hat, was in nächster Zeit dazu kommen und abgehen wird. Man kann sogar erkennen, wann sich möglicherweise ein finanzieller Engpass bilden wird.

Das ist genau der Punkt, den ich Unternehmern immer wieder versuche klar zu machen: Nur so können Sie erkennen, wann sich Engpässe nicht vermeiden lassen werden, und schon im Vorhinein mit Ihrer Hausbank planen. Das strahlt ein hohes Maß von Kompetenz aus, wenn Sie schon vorher darüber bescheid wissen und nach einer Lösung suchen und nicht erst, wenn Ihnen das Wasser schon bis zum Halse steht. Lassen Sie den Liquiditätsplanung immer schon direkt mit in die Buchhaltung einfließen, und Sie werden jederzeit genau wissen, wie es um die Finanzen Ihres Unternehmens bestellt ist. Und die alljährliche Bilanz überlassen Sie einfach Ihrem Steuerberater.

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