Wenn Sie an die Rückzahlung von Krediten denken, was ist dann das erste an das Sie denken? Richtig, die Zinsen. Doch dass das noch nicht alles ist, wissen die wenigsten. So hört man gelegentlich schon mal Sätze wie „Ich habe einen Aufschlag von unter 1%!“ Doch was ist mit der Bearbeitungsgebühr – wie hoch war sie?
Und genau hier sollte man ansetzen, wenn man einen günstigen Kredit sucht. Natürlich sind niedrige Zinsen gefragt, aber noch wichtiger ist die Klärung zweier Fragen:
• Ist dieser Zinssatz über die gesamte Laufzeit wirksam?
• Gibt es bei dieser Kreditaufnahme noch weitere Kosten?
Zu diesen Kosten gesellen sich oftmals noch Aufwendungen für Notar, Steuern und Pfandrechte. Zur besseren Kalkulierung von Gesamt-Kreditkosten stelle ich Ihnen ein Excel-Programm zur Verfügung.
Es hilft Ihnen dabei die genauen Kosten der Kreditaufnahme an sich zu errechnen. Diese einzelnen Posten können sich haben sich ruckzuck zu einem hübschen Sümmchen summiert, weshalb Sie sie bei einer potentiellen Kreditaufnahme immer genauso in die Beobachtungen und Verhandlungen mit einbeziehen sollten, wie die eigentlichen Zinsen. Von welchen zusätzlichen Positionen sprechen wir hier im Einzelnen?
Bearbeitungsgebühr: Hierbei haben wir es mit einem Betrag zwischen 0,5% und 3,0% der Kreditsumme zutun. Verhandeln Sie an dieser Stelle geschickt mit Ihrer Bank! Fassen Sie die Möglichkeit ins Auge die „BAG“ pauschal zu veranschlagen – also z.B. 300 EUR pro Kredit. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Bearbeitungsgebühr höher ausfällt, wenn Sie sich von einem Finanzdienstleister vertreten lassen, da dieser auch einen gewissen Anteil daran kassiert.
Mit Sicherheiten verbundene Gebühren: Für die Hinterlegung von Sicherheiten fallen bei der Eintragung von Pfandrechten erneut Gebühren an, die wiederum bis zu 1,5% der Gesamten Kreditsumme betragen. Sollten Sie bei dieser Bank schon jahrelang treuer Kunde sein und sich nie etwas zu Schulden kommen lassen haben, bitten Sie darum, dass Sie gerne auf diese Eintragung verzichten und stattdessen nur die Pfandurkunde hinterlegen möchten – so lässt sich eine ganze Menge Geld sparen.
Konoeröffnungsgebühren: Diese sollten in der Regel nur wenige EUR betragen und damit nahezu egal sein.
Zinssatzversicherung: Wenn Sie garantiert haben möchten, dass der Zinssatz über die gesamte Laufzeit gleich bleiben wird, können Sie einen so genannten Cap kaufen. Dies kostet einmalig bei Kreditaufnahme eine Summe von mehreren % des abgesicherten Kreditbetrages.
Versicherungsprovisionen: Erwerben Sie mit dem Kredit kapitalbildende Versicherungen, gilt der Sonderfall, dass Ihre ersten Raten nur für die Provision aufgewendet werden und nicht für die Ansparung. Ein Tipp meinerseits: Lebensversicherungen immer mindestens für 15 Jahre oder länger anlegen, damit es sich auch wirklich lohnt!
Geht es in Ihrem Fall um einen Fremdwährungskredit, müssen Sie auch noch andere Faktoren mit einbeziehen:
Verrechneter Kurs: Verlangen Sie bei einem Fremdwährungskredit nicht nach dem Standard-Umrechnungskurs, sondern nach dem gespannten oder – noch besser – gleich nach dem doppelt Fremdwährungskurs gespannten. Damit kommen Sie dem Mittelkurs zwischen Einkaufs- und Verkaufskurs der Bank näher. Die Mitte erhalten nur Bankmitarbeiter, sodass die Bank in diesem Fall gar nichts mehr verdient.
Devisenkommission: Die Bearbeitung des Währungstauschs möchte auch bezahlt werden und liegt für gewöhnlich bei 0,25 – 0,275 % des Tauschbetrages.
Währungswechsel und Devisentermingeschäft: Aufgrund des Bearbeitungsaufwands wird auch für diese beiden Leistungen etwas berechnet: Standard ist hier 0,25%, aber mindestens 200 EUR.
Gestionsgebühren und Managementgebühren: Dies ist schließlich ein Posten bei dem die Bank sich gerne mehr verdient, als eigentlich nötig ist. Sprechen Sie die Bank darauf an und versuchen einen Tarif zu verhandeln, der höchstens 100 EUR pro Quartal beträgt.




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