Klar sollte von Anfang an sein: Man entscheidet sich nicht einfach so für die Kredit-Umschuldung. Wenn man keinen Nutzen aus einer möglichen Umschuldung zieht, sollte man den Gedanken daran ganz schnell wieder vergessen. Was könnten denn Gründe für eine Umschuldung sein? Einige Beispiele: Man hat eine Bank gefunden, bei welcher der Kredit günstiger weiterlaufen kann, der Lieblingsberater hat die Bank gewechselt und man zieht mit um, die alte Bank möchte Sie als Kunden abschieben, oder sie verlangt plötzlich nach der Lockphase enorm hohe Zinsen.
Steht man nun vor der Entscheidung muss man sich auch deutlich machen, dass die Umschuldung an sich auch etwas kostet:
Gebühren für Vorfälligkeit bei der alten Bank: Da Sie den Kredit vor Ablauf der eigentlichen Laufzeit rückführen, entsteht je nach Bank eine Strafgebühr von bis zu 5% der vorzeitig zurückgezahlten Summe!
Die Bearbeitungsgebühr wird bei Ihrer neuen Bank bis zu 2% betragen. Soll die Umschuldung wirklich einen Vorteil für Sie bringen, so müssen Sie diese 2% erst einmal mit den restlichen Konditionen verrechnen!
Sicherheit ebenso wechseln: Natürlich will die Neu-Bank auch Sicherheiten angeboten bekommen. Am leichtesten (mit nur einer Unterschrift) können Sie Haftung und Bürgschaft direkt von Ihrer alten Bank zur neuen Bank übernehmen. Setzen Sie sich dafür ein, dass Blankowechsel sowie Bürgschaftserklärung bei dem Bank, der Sie den Rücken zukehren, vernichtet werden!
Relativ leicht von Statten geht der Sparbuch-Wechsel als Sicherheit: Nur bei der alten Bank abholen und bei der neuen Bank vorzeigen. Viel komplizierter und vor allem kostspieliger wird das beim Wertpapier-Depot: Am Besten lässt man es einfach so wie es ist. Alternativ eröffnet man ein Neues. Die Wertpapier-Übertragung an sich ist es, die nun eine teure Angelegenheit wird. Richtig teuer wird es, wenn neuen Hypotheken auf Liegenschaften begründet werden müssen.
Ein gut gemeinter Ratschlag: Versuchen Sie der neuen Bank klar zu machen, dass es für Sie viel günstiger wäre anstatt Pfandurkunden für den Kredit einzutragen, diese nur zu hinterlegen.
Faktor Zeit: Eine Umschuldung ist nicht gerade einmal in 20 Minuten erledigt! Seien Sie sich darüber im Klaren, dass sie schon einige Stunden dafür einplanen müssen, die Sie, je nach Beruf, auch noch einiges an Geld, was Sie in dieser Zeit hätten verdienen können, „kostet“. Denn Zeit ist Geld! Sind Ihnen das die günstigeren Konditionen immer noch wert?
Fazit: Die Umschuldung (falls nicht zwanghaft) lohnt sich für Sie nur dann, wenn sie trotz allem Zeitaufwand und Gebühren noch positivere Konditionen als bei Ihrer alten Bank bietet.
Mein Tipp: Oft ist es viel einfacher und zeitsparender der alten Bank das Angebot der Konkurrenz vorzulegen und sie somit wachzurütteln, wie schlecht ihre Konditionen möglicherweise sind. Normalerweise wird die Bank dann eher darauf reagieren und die Zinsen anpassen, anstatt Sie gehen zu lassen. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich alle Banken nur durch das Logo voneinander. Wieso sollte Ihnen „Ihre Bank“ nicht auch die gleichen Konditionen machen können, wie die potentielle neue Bank?
Wenn Ihr Finanzberater den Umschuldungs-Stein ins rollen gebracht hat, wäre ich an Ihrer Stelle im ersten Moment eher skeptisch! Auf den ersten Blick wirken die besseren Zins-Konditionen natürlich positiv, aber hat er auch die restlichen Kosten genau kalkuliert? Am Ende möchte er nur daraus Kapital schlagen, dass er bei den neuen Bank Provision bekommt!




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