Seit das althergebrachte Sparbuch dem Electronic Banking zum Opfer gefallen ist, hat es Otto Normalverbraucher nicht mehr leicht, für sein Guthaben auf dem Girokonto Zinsen zu erhalten. Viele Banken bieten eine Guthabenverzinsung nicht mehr oder nur bei einem hohen Durchschnittsguthaben an. Meist bleibt es bei der kostengünstigen Kontoführung, und Zinsen fallen nur an, wenn man ins Soll gerät – dann natürlich kassiert die Bank.
Für die Bank liegt der Grund dieser Geschäftspolitik darin, dass sie mit den sich ständig verändernden Guthaben auf den Girokonten nicht verlässlich arbeiten kann. Dafür bietet sie aber meist ein mit dem Girokonto gekoppeltes Tagesgeldkonto mit guter Verzinsung an, auf das jederzeit ein Guthaben übertragen werden kann. Die Banken rechnen da mit der Trägheit ihrer Kunden. Solche Tagesgeldkonten wollen nämlich aktiv gemanagt sein, wenn sie maximalen Ertrag bringen sollen. Zwar lohnt es sich nicht, jeden Cent umzubuchen, doch vor dem Wochenende sollte das Girokonto geräumt sein. Aber Vorsicht: zu früh geräumt entsteht leicht ein Minus, und die Zinsen dafür können die Erträge bei weitem übersteigen.
Die Umbuchungen sind kostenlos. Der Buchungsschluss liegt für sie später als der normale Buchungsschluss, so dass ein auf dem Girokonto entstandener Sollsaldo noch ausgeglichen werden kann und so Sollzinsen vermieden werden.




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