Wenn Sie ein Unternehmen leiten, wird es früher oder später vorkommen, dass plötzlich Ihre Hausbank anruft und nach einer aktuellen Saldenliste und Offenen-Posten-Listen (”OPL”) von Kunden und Lieferanten fragt. Doch was ganz genau ist das und was fängt die Bank damit an?
Oft steckt dahinter, dass irgendetwas in Ihrem Unternehmen nicht so gut läuft wie es laufen sollte, denn die Bank fordert diese Listen nur an, wenn ihr die jährliche Bilanzvorlage nicht mehr genug ist und sie mehr Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung Ihres Unternehmens sammeln will. Gründe dafür können sein, dass der Umsatz eingebrochen ist, auf Ihrem Firmenkonto weniger Geld als für gewöhnlich ist oder Sie einen neuen KSV oder Schufa-Eintrag erhalten haben (sich Ihre Bonität also verschlechtert hat). Dadurch ist natürlich auch das Risiko der Bank größer geworden. Manchmal sind Banken auch einfach nur vorsichtig und fordern diese Informationen von allen Kunden ein – ob sie dieser Bürokratie auch tatsächlich Herr wird und sich die Listen ansieht, bleibt “Bankgeheimnis”.
Aber zurück zu den Fragen vom Anfang: Was sind Saldenlisten eigentlich?
Damit bezeichnet man alle Buchungen, die von Ihrer Buchhaltung erfasst wurden, zusammengerechnet (also saldiert) nach den einzelnen Konten. In Unternehmen ist es Gang und Gebe, dass Erträge und Aufwände summiert werden und daraus eine Art „Gewinn“ entsteht. Dass dies aber überhaupt gar nicht aussagekräftig ist, weil Abschreibungen und Steuern dabei ganz außer Acht gelassen wurden, sollte klar sein.
Achtung! Da Saldenlisten noch nicht zwangsläufig alle Buchungen des kompletten Monats enthalten, kann dadurch unter Umständen ein völlig falsches Bild eines Unternehmens gezeichnet werden (sowohl positiv, als auch negativ). D.h. um feststellen zu können, ob die vorliegende Saldenliste wirklich Beweiskraft hat, muss sichergestellt sein, dass alle Buchungen des Monats fertig aufgebucht wurden. Vermeiden Sie also Ihrer Bank, die ohnehin schon etwas schlecht gestimmt sein dürfte, eine unvollständige Saldenliste zu liefern.
Frage 2: Was sind Offene-Posten-Listen?
Diese fallen in die Bereichseinteilung „Kunderforderungen“ bzw. „Lieferantenverbindlichkeiten“. In diesen Listen wird angedeutet, was in nächster Zeit an offenen Rechnungen hereinkommen wird bzw. aktuell noch zu bezahlen ist. Schlecht ist es, wenn Sie einen wesentlich höheren Betrag zu bezahlen haben, als Sie noch Geld von Ihren Kunden zu bekommen haben. Hier lohnt es sich stets einen detailliert geführten Liquiditätsplan zur Hand zu haben.
Wichtig zu wissen ist, dass die Bank vor allem darauf achtet wie lange Forderungen an Sie schon bestehen. Haben Sie irgendeine Verbindlichkeit am Laufen, über die Sie schon seit über einem halben Jahr bescheid wissen, aber dennoch nicht beglichen haben, drängt sich die Annahme auf, dass Sie sie schlicht und einfach nicht bezahlen können.
An dieser Stelle mein ganz persönlicher Tipp: Überprüfen Sie Ihre Salden- und Offene-Posten-Listen noch einmal akribisch auf fehlende Buchungen, bevor Sie sie an die Bank übergeben. Ziehen Sie am besten Ihren Steuerberater heran und befragen ihn, ob die Listen so abgegeben werden können, ohne dass die Bank einige Posten falsch auffassen könnte.




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