11 Fragen, die Sie sich vor dem Umtausch Ihres Fremdwährungskredites in EUR stellen sollten
Vor kurzem berichtete ich über die neue Entwicklung, dass österreichische Banken keine Fremdwährungskredite mehr ausgeben, und übte starke Kritik an dieser Entscheidung. Eigentlich sollte den Banken klar sein, dass sie damit möglicherweise viele Firmen in den Ruin treiben. Ist es denn nun legitim, dass die Bank Sie dazu zwingen kann, einen bestehenden Kredit in Euro zu tauschen?
Erst einmal vorweg: Die Bank muss sich genau so an ihre Verträge halten, wie Sie! Nur in Ausnahmefällen, die im Kreditvertrag vermerkt sein müssen, ist ein Währungswechsel in EUR ohne Ihre Zustimmung gestattet. Sollte Ihr Kreditinstitut „einfach so“ konvertieren, weil die Finanzkrise gerade so weite Kreise zieht, dürfen Sie Schadensersatzansprüche geltend machen!
Ich bin mir sicher, dass es in nächster Zeit zu vielen Gerichtsprozessen kommen wird, weil Kunden dem schlechten Rat oder Zwang zur Konvertierung folgen oder der sofortigen Auflösung Ihres Fremdwährungskredites zustimmen und dadurch nicht unwesentliche Schäden davon tragen.
Bevor Sie also vorschnell blind auf den „heißen Tipp“ Ihres Finanzberaters hören, stellen Sie sich doch bitte vorher folgende Fragen:
• Habe ich aktuell einen Kursgewinn oder -verlust?
• Wie schaut die Zinssituation aus: Habe ich noch einen Zinsvorteil?
• Wie hat sich mein Tilgungsträger/Ansparprodukt entwickelt?
• Hat dieses Produkt eine Kapitalgarantie?
• Wenn ja: Wer garantiert dafür?
• Was kostet es mich effektiv, dieses Produkt zu kündigen?
• Was kostet der Wechsel in den Euro? Welche Spesen fallen an?
• Habe ich Absicherungsprodukte wie CAP, Collar oder Kurssicherung, und was kostet mich der Verkauf solcher Produkte, die ich dann ja nicht mehr brauche? Lohnt sich die Spekulation mit diesen Produkten losgelöst vom Kredit?
• Bringt mich der Wechsel in Euro in Liquiditätsprobleme?
• Wie wirkt sich ein Wechsel steuerlich aus – muss ich z.B. einen Kursgewinn versteuern?
• Wird meine Bank diese Kosten für mich tragen oder anteilig übernehmen?
Spätestens jetzt sollte Ihnen bewusst sein, dass es hierbei um keine leichte Entscheidung geht. Vergessen Sie nie: Jede Bank ist auch nur ein ganz gewöhnliches Unternehmen, das auf Gewinne bedacht ist. D.h. in diesem Fall für Sie: Die Bank möchte Sie nur zum Wechsel in EUR bewegen, weil dies auf jeden Fall Gewinne (für die Bank!) bedeutet. Zwingen kann Sie aber niemand, denn beide Seiten müssen sich, wie gesagt, an Kreditverträge halten.
Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie sich durch eine kompetente Vertretung (Anwalt, Steuerberater, Unternehmensberater, Anlageberater, Finanzberater oder auch Versicherungsmakler) verteidigen lassen. Es ist auf jeden Fall angebrachter ein wenig Geld für eine unabhängige Beratung auszugeben, als noch mehr Geld bei der Zwangskonvertierung an die Bank zu verlieren.



