Wer auf die oft mageren Zinsen im Anleihenbereich in Deutschland sieht, wird leicht feststellen können, dass dies nicht überall so aussieht. Es kann zwar Länder geben, die noch niedrigere Zinsen zahlen, aber man findet auch etliche Länder, die zum Teil deutlich mehr Zinsen bezahlen. Bleiben wir aber in Euroland, um Währungskursschwankungen auszuschließen – diese können ja sehr wohl Anlass zu Zinsunterschieden sein. Ebenso bleiben wir im Bereich der Staatsanleihen, die ja als recht sicher gelten.
Durch die Währungsturbulenzen insbesondere mit Griechenland sind die Zinsen auf Staatsanleihen ins Gerede gekommen. Da ist von unterschiedlicher Bonität die Rede, die wiederum zu unterschiedlichen Zinsen führten. Wenn die Banken Griechenland keinen Kredit mehr gewähren, muss es eben mehr Zinsen bezahlen, und je nach der Höhe dieser Zinsen fließen die Gelder dann auch wieder.
Die Frage bei diesem Risikozuschlag ist, ob Griechenland tatsächlich in den Staatsbankrott geraten könnte oder aus der Eurozone ausscheren könnte, und ob dies die anderen Länder in der EU zulassen würden. Da konnte man zeitweilig durchaus Zweifel haben. Zwar waren die griechischen Tricks zum Nachweis bestimmter Kriterien sicher besonders krass, doch darf auch der deutsche Fiskus nicht allzu laut schreien.
Wenn man die Gefahr eines Staatsbankrotts oder eines Ausscherens aus der Eurozone nicht sieht, sollte man eigentlich dem Zusammenhalt dieses Staatenbundes und den Anleihen anderer Länder vertrauen können. Dann kann es auch nicht schaden, die höheren Zinsen in diesen Ländern mitzunehmen und davon zu profitieren. Natürlich sollte man nicht alles auf ein Pferd setzen und die Anlagen splitten.




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