Lohnt sich eine Umschuldung? Wie vollzieht man den Bankwechsel?

Ich stelle Ihnen immer wieder gerne Tipps und Berechnungsprogramme zum Themengebiet „Kredite“ vor – völlig kostenlos! Hier erfahren Sie z.B. alles über Umschuldungen.

Wenn Sie kein Eremit sind, wovon ich einfach mal ausgehe, dann haben Sie wie wir alle viele Rechnungen zu begleichen. Haben Sie nun noch mehrere Kinder, dann fallen Wohnen, Essen und Gesundheit im Allgemeinen schon ganz stark ins Gewicht, wenn es um Ihr zur Verfügung stehendes Haushaltsgeld geht. Natürlich möchten Sie sich wie jeder von uns, mal etwas (mehr oder weniger) Außerplanmäßiges gönnen und schon benötigen Sie einen Kredit.

So ist es oft nur eine Frage der Zeit bis sich Überzüge, Rahmen und Darlehen ansammeln und es durch Raten-, Zins, Spesen- und Gebühren-Belastungen auch in Monaten ohne außergewöhnliche Ausgaben schon knapp wird.

Die Folge: Schnell häufen sich diese „0%-Raten“ und Leasing-Ausgaben zu unüberwindbaren Schuldenbergen. Doch ich zeige Ihnen, wie Sie diese Situation in den Griff bekommen!

Zu allererst sei gesagt, dass Sie stets mit offenen Augen durch den Kredit-Dschungel gehen sollten, und immer Zinsen und Spesen verschiedener Kredite vergleichen sollten. Dabei sollte einiges an Wissen über Ihre aktuelle Finanz-Situation mit einfließen:

• Welche Zahlungen habe ich aktuell noch offen stehend (Kreditkarten, Auto-Leasing, Tankkarte, usw. nicht vergessen!)
• Machen Sie sich stets bewusst, dass die Finanzierung Sie auch etwas kostet! Hier interessieren neben den Zinsen vor allem die Spesen und Gebühren.
• Wie hoch ist meine Gesamtbelastung (Zins und Rückzahlung) pro Monat?
• Habe ich eigentlich so viele zusätzliche, kleine monatliche Belastungen aufgenommen, dass ich mir das eigentlich schon gar nicht mehr leisten kann und meine Grundbedürfnisse darunter leiden?

Nachdem Sie nun einen gewissen Überblick über Ihre Lage gewonnen haben, heißt es alternative Lösungswege zu suchen. Gehen Sie zu anderen Banken und versuchen Sie bessere Angebote für den gesamten offenen Betrag zu erhalten. Hier fallen Ihnen auch schnell total überteuerte Finanzierungen auf. Streben Sie in diesen Fällen unbedingt eine Nachverhandlung mit dem entsprechenden Anbieter an! Eventuell sollten Sie auch mit einer Umschuldung liebäugeln, aber bitte erst nachdem Sie folgende Fragen für sich beantwortet haben:

• Ab wann ist ein Kredit wirklich günstig (fragen Sie dazu bei verschiedenen Banken nach)?
• Ist der Zinssatz fix (+ Aufschlag) oder kann die Bank ihn so verändern, wie sie will (variabel)?
• Muss ich, um aus dem alten Kredit herauszukommen, Strafgebühr bezahlen? Wenn nein: Wie lange dauert es bis ich aus der Umschuldung einen Nutzen ziehe?
• Handelt es sich wirklich um einen richtig günstigen Kredit oder will die Bank mich nur mit einem guten Anfangssatz locken und im Laufe der Laufzeit steigen die Kosten enorm an?
• Ist es möglich die Laufzeit nachträglich zu verlängern, um die monatlichen Raten bei Bedarf herunterschrauben zu können?
• Beachten Sie dabei aber stets die Fristenkonformität! Also nicht zu lange Laufzeiten vereinbaren, an denen Sie am Ende möglicherweise noch länger zu knabbern haben, als der mit dem Kredit gekaufte Gegenstand überhaupt in Gebrauch ist!
• Was spare ich insgesamt? Lohnt sich der Zeitaufwand? Eine Umschuldung ist nämlich nicht schnell mal in 10 Minuten gemacht.
• Habe ich den Wechsel zur neuen Bank auch schon mit einkalkuliert? Welche Spesen fallen einmalig an? Wann habe ich diese durch die besseren Zinsen wieder heraus?

Wenn Sie nach Beantwortung all dieser Fragen immer noch der Meinung sind, dass die Umschuldung früher oder später ein Verluste reduzierendes Geschäft für Sie ist, dann verhandeln Sie zuerst die bestehenden Kredite neu. Auf diese Weise können Sie mit relativ wenig Aufwand schon Zinsen und Belastungen einsparen. Sollten Sie hierbei keine Einigung erzielen können, legen Sie die Karten auf den Tisch und beteuern, dass Sie schon ein besseres Angebot in Aussicht haben (wenn Sie nichts verlieren können). Dann macht es erst Sinn sich bis ins Detail mit der Umschuldung zu befassen.

Ein kleines Rechen-Exempel: Angenommen Sie haben einen Standard-Konsumkredit über 50.000 EUR mit einem variablen Zinssatz von 8% aufgenommen und schaffen es ihn auf einen Aufschlag von 1,5% auf den 3-Monats-Euribor (derzeit 4,86%) zu senken, zahlen Sie nur noch 6,36% Zinsen pro Jahr. Auf den ersten Blick möglicherweise kaum der Rede wert, aber lassen Sie uns mal nachrechnen: Das macht im Jahr eine Ersparnis von ganzen 820 EUR aus!

Wenn Sie jetzt noch erreichen, dass sämtliche laufenden Kleinkredite zu einem einzigen Kredit zusammengefasst werden, können viele Haushalte noch einmal mit einer ähnlich hohen Ersparnis rechnen. Eine fixe Zinsbindung ist außerdem immer anzustreben, da man dann wirklich immer weiß, woran man ist und genauer für die Zukunft kalkulieren kann.

Da bleibt mir abschließend nur noch Ihnen „Viel Spaß!“ mit dem eingesparten Geld zu wünschen!

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