Katastrophenanleihen oder Cat-Bonds sind Anleihen mit einer vergleichsweise recht hohen Rendite, die allerdings auch einen Verlust des Anleihebetrages beinhalten. Diese Anleihen sind ein Versuch von Versicherungsunternehmen oder Rückversicherer, dem Kapitalmarkt mögliche Risiken durch Naturkatastrophen aufzubürden. Tritt dieses Risiko, also die in den Anleihebedingungen definierte Naturkatastrophe, ein, braucht der Versicherer den Anleihebetrag je nach den Bedingungen nicht zurückzuzahlen, sondern kann ihn zum Ausgleich der zu zahlenden Schäden einbehalten. Falls das Risiko aber nicht eintritt, erhält der Anleger über die Laufzeit eine hohe Rendite – und zum Rückzahlungszeitpunkt sein angelegtes Kapital zu 100 % zurück.
Eine solche Anleihe ist recht spekulativ und sollte, wie es so schön heißt, nur als Beimischung zum Depot dienen. Oder, anders ausgedrückt, man sollte sich keinesfalls von den hohen Zinsen dazu verleiten lassen, einen größeren Anteil seines Depots in solche Anleihen zu investieren – eben höchstens den Betrag, den man als Totalverlust verkraften kann.
Immer, wenn sich Anleihen mit einer erheblich über dem Üblichen liegenden Rendite finden, ist dies mit einem erhöhten Risiko verbunden. Die Anleger bewerten dieses Risiko unterschiedlich. Infolge des “Herdentriebs” an der Börse kann es durchaus zu erheblichen Unter- oder Überbewertungen kommen, die von Spekulanten ausgenutzt werden können.
Ein Beispiel für Spekulationen im Anleihenbereich sind die Anleihen der Finanztochter von General Motors, der GMAC. Diese gingen im Zuge der Finanzkrise des Autobauers teilweise bis auf 25 % zurück und notieren heute wieder nahe 100 %. Wer starke Nerven hat und eine solche Anleihe am Tiefpunkt kauft, kann einen satten Kursgewinn einstreichen. Andererseits hätte GMAC ebenfalls in Konkurs gehen können.




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