Kommt Ihnen folgendes Problem bekannt vor: Ein Finanzexperte mag zwar bewandert auf seinem Fachgebiet sein und sehr gebildet klingen, doch im Dschungel der Fachbegriffe verstehen Sie, um ehrlich zu sein, manchmal nur Bahnhof? Ähnlich geht es vielen Otto-Normal-Verbrauchern auch, wenn sie Euribor und Libor hören.
Unter Euribor versteht man den Basiszinssatz für den Euro, über den ich in einem vorangegangenen Artikel schon einiges berichtet habe. Er bildet die Basis für die Bildung des Bruttozinssatzes, der bei Krediten fällig wird, oder den Nettozinssatz, den man jährlich auf einem Sparbuch angerechnet kriegt.
Der Libor (= London Interbank Offered Rate) ist dann gefragt, wenn es um Geschäfte mit Fremdwährungen geht. Sein Kurs wird täglich, wie übrigens auch der des Euribor, aufs Neue festgestellt. Es gibt sogar einen Libor für den Euro, dieser ist aber im Gegensatz zum Euribor so schwach, dass er sich nicht durchsetzen kann.
Was heißt das jetzt für Sie?
Wenn Sie einen Euro-Kredit planen, sollte Sie eine Zinsbindung an den Euribor anstreben (warum?). Möchte Sie hingegangen Fremdwährungen, wie beispielsweise Australischer Dollar, Kanadischer Dollar, Schweizer Franken, Dänische Krone, Euro, Pfund Sterling, Yen, Neuseeland Dollar, Schwedische Krone oder US-Dollar als Kreditwährung nutzen (wie macht man das?), so spricht man über den Aufschlag auf den Libor.
Sowohl Euribor als auch Libor können von Ihnen mit variablen Laufzeiten in Anspruch genommen werden. Für gewöhnlich sind es bei Krediten 1 und 3 Monats-Libor bzw. –Euribor.



