Beim Lottospiel erhält man im Durchschnitt nur 50 % des Einsatzes zurück. Wie sieht dies beim Spiel an der Börse aus? Nun, zunächst einmal sollte man die Börse insoweit als Spiel ansehen, als es keine Garantie gibt, das eingesetzte Geld zu einem bestimmten Termin vollständig zurück zu erhalten. In einem solchen Fall sind andere Anlagen besser. Wer allerdings Geld zur Verfügung hat, das er nicht unbedingt zu einem bestimmten Termin braucht, kann dies gewinnbringend an der Börse anlegen. Die Chancen sind jedenfalls wesentlich besser wie beim Lottospiel, wenn man einige Grundsätze beachtet.
An der Börse kann man mit Aktien, Anleihen und einer ganzen Reihe anderer Anlageprodukte handeln, die wir unter dem Begriff Derivate zusammenfassen. Die Anleihe ist ein verbriefter Kredit, den ein Kreditnehmer, beispielsweise der Staat, gegen Herausgabe von Anteilscheinen beschafft. Die Anteilscheine oder Anleihen werden von Banken oder einem Bankenkonsortium übernommen, die diese an der Börse platzieren, sie dort zum Verkauf anbieten. Erscheint der Kurs einem Anleger günstig, schlägt er zu. Er erhält nach Ablauf der Anleihe den Nominalwert ausbezahlt und hat zwischenzeitlich Zinsen kassiert. Wenn er die Anleihe zu einem Kurs von unter 100 % gekauft hat, erzielt er noch einen Kursgewinn. Dies ist ein Börsenspiel mit der Wahrscheinlichkeit von 100 %, also ein sicherer Gewinn.
Im Prinzip ist die Anlage in Regierungsanleihen also eine Anlage, bei der man sicher zu einem bestimmten Zeitpunkt sein Geld plus Zinsen zurück bekommt. Kurzfristig funktioniert das aber nicht, weil der Gewinn durch die Transaktionsgebühren aufgefressen wird.




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