Glücksspiel kann süchtig machen – Börsenspiel auch? Wenn man die Chronik der Bankcrashs und Beinahe-Zusammenbrüche passieren lässt, so fällt auf, dass da durchaus der eine oder andere Bankmitarbeiter offenbar jedes Maß an Vernunft vergessen hat und mit dem Geld seiner Bank so lange zockt, bis es verloren ist. Vielleicht liegt es daran, dass das Börsengeschäft nicht mehr so klar wie früher sich auf Primärprodukte wie Aktien und Anleihen stützt. Heute sind Derivate, Indexfonds und Hedgefonds Konstruktionen, die oft genug eher zum Spielen als zur Geldanlage geeignet sind – wenn sie nur kein Geld kosten würden.
Sollte man da nicht besser zum Lottoschein oder einem Los bei den staatlichen Lotterien greifen? Einmal sechs Richtige im Lotte haben, und man hat ausgesorgt. Doch wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige oder den Jackpot zu gewinnen? Eins zu einhundertvierzig Millionen, meint die Lottofee, in Zahlen 1 : 140 000 000. Selbst wenn alle Deutschen vom Säugling bis ins hohe Alter Lotto spielen, hat nur einer in zwei Wochen die Chance auf den Gewinn. Das wäre ja auch egal, wenn es nur nicht immer die anderen wären!
Nun aber konkret zum Lottospiel. Die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns ist wesentlich größer. Sie beträgt 1 : 2. Das bedeutet, dass man, um einen Euro zu gewinnen, zwei Euro einzahlen muss. Oder anders ausgedrückt: Die Lottogesellschaft schüttet nur 50 % der eingezahlten Gelder wieder als Gewinn aus. Vom Rest werden die Angestellten der Lottogesellschaft bezahlt, und es gibt Sportvereine, die aus Lottogeldern Zuschüsse erhalten. Der Großteil aber geht als Abgabe an die Bundesländer.




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