Mich erreichte kürzlich folgende Frage per Email: “Brauche ich unbedingt einen Steuerberater für die Bilanz? Kann ich das nicht selbst machen und Geld sparen?” Diese Frage fand ich so interessant, dass ich mich dazu entschieden habe den heutigen Artikel deren Beantwortung zu widmen. Dazu möchte ich diese Situation aus zwei Blickwinkeln betrachten: 1. juristisch, 2. praktisch
Es ist zweifellos richtig, dass Buchhaltung, Lohnverrechnung und Bilanzierung bzw. Steuerberatung eine ganze Menge Geld kosten. In großen Unternehmen kommen da schnell im Jahr mehrere Tausend EUR pro Jahr zusammen.
1. Juristischer Blickwinkel:
Es gibt keine Vorschrift, dass Buchhaltung, Lohnverrechnung und Bilanzierung von einem Steuerberater gemacht werden müssen. Wenn Sie das nötige Know How haben, spricht nichts dagegen, dass Sie das selbst erledigen.
2. Praktischer Blickwinkel:
In der Tat sieht es in den meisten Unternehmen so aus, dass es einen (oder mehrere) speziellen Angestellten gibt, der sich darum kümmert, dass sämtliche Belege korrekt gesammelt werden, die Gehälter & Löhne richtig abgerechnet werden, der Papierkram bei der Einstellung oder dem Abgang von Mitarbeitern erledigt wird und Statistiken erstellt werden. Diese Buchhaltungs-Daten werden dann ein Mal pro Jahr einem Steuerberater übergeben, der daraufhin daraus die Jahres-Bilanz erstellt. Er bespricht die Entwicklungen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen mit dem Chef der Firma und den Angestellten der Buchhaltung. Über wichtige, größere Anschaffungen wird oft auch nur zusammen mit dem Steuerberater entschieden.
Welche Vorteile gibt es bei dieser Methode der Arbeitseinteilung?
• Da der Prozess der Buchhaltung täglich in den eigenen vier Wänden stattfindet, kann der Chef schnell mal in die aktuellen Datensätze schauen oder den Liquiditätsplan (DAS Steuerinstrument schlechthin!) einsehen, um kurzfristige Änderungen vorzunehmen. Muss dazu erst der Steuerberater befragt werden, würden dies 1. nicht zu einfach werden und 2. zusätzliche Kosten generieren.
• Bei der nicht ganz so aufwendigen Lohnverrechnung ist es im Grunde egal, ob Sie dies einen Mitarbeiter in der Buchhaltung oder den Steuerberater erledigen lassen: Es wird Sie in beiden Fälle in etwa das gleiche kosten.
• Bei der Bilanz sollten Sie nach Möglichkeit auf einen Bilanzierungs-Spezialisten zurückgreifen, der auch stets über die sich ständig ändernden Steuernormen bescheid weiß. Passiert diesem Experten nämlich ein Fehler und ich daraus einen Schaden erleide, regelt ER dies über seine Versicherung. Passiert einem meiner Mitarbeiter oder mir selbst ein Fehler bei der Bilanz, bleibe ich selbst auf dem Schaden sitzen.
Zusammenfassend: Machen Sie das, was Sie leicht selbst machen können, z.B. Liquiditätsplan und laufende Buchhaltung, ruhig selbst. Wenn es dann allerdings um die Bilanz und das Ausnutzen aller potentiellen Einsparungen geht, wenden Sie sich lieber an Ihren dafür ausgebildeten Steuerberater, der auf diesem Gebiet ein Experte ist. Doch auch hier heißt es mehrere Steuerberater zu testen, da es in diesem Bereich durchaus qualitativ gute und schlechtere Arbeit gibt!




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