In der Unternehmenssprache fallen oft Begriffe wie Bilanz oder Liquiditätsplan. Möchte ein Unternehmer einen Kredit aufnehmen, fragen die Banken standardmäßig nach den Bilanzen aus den letzten 3 Jahren. Nach deren Analyse stellt die Bank die so genannten Hard Facts auf.
Ob Sie den Kredit letztendlich erhalten oder nicht, hängt zu großen Teilen von den vorgelegten Bilanzen ab. Sie haben für sich selbst aber eine Möglichkeit noch viel besser festzustellen, ob Ihr Unternehmen aktuell erfolgreich ist oder nicht: Den Liquiditätsplan. Diesen möchten Banken jedoch nur in den seltensten Fällen sehen. Was sollte aber nun für Sie wichtiger sein?
In Ihrem Unternehmen wird Buchhaltung geführt, damit Sie stets darüber informiert sind, was letztendlich übrig bleibt (so genannte Gewinn- & Verlustrechnung). Hinzu kommt die Bilanz, die darüber Auskunft gibt wie viel Ihr Betrieb wert ist. Problematisch ist nun aber, dass die Bilanz nur auf den 31.12. jeden Jahres ausgerichtet erstellt wird. Einige Tage vorher oder nachher kann die Situation schon wieder ganz anders aussehen. Steuerberater werden oft dazu beauftragt genau dies zu tun: Bilanzen kurz vom dem Jahresende so hinbiegen, wie der Unternehmer es gerade braucht.
Führen Sie jedoch einen Liquiditätsplan, wissen sie IMMER (im Gegensatz zu GuV und Bilanz) ganz genau was Sie
1) in der Kasse haben
2) in naher Zukunft mit Ihrem Geld geplant ist
3) wann das Geld knapp werden könnte
Da ein Unternehmen nur dann geschäftsfähig ist, wenn es über ausreichende geldliche Mittel verfügt, sollten Sie sich also hauptsächlich der genauen Beobachtung der Liquidität und nicht der Bilanz widmen.
D.h. also im Klartext, dass zur kurzfristigen Planung immer der Liquiditätsplan an allererster Stelle stehen sollte. Doch natürlich enthalten haben Bilanz und Gewinn- & Verlustrechnung auch wichtige Informationen, die z.B. zur Ermittlung der Rentabilitätskennzahl oder zum Herauslesen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens nötig sind. Möchten Sie sich z.B. mit einem strategischen Partner vereinigen, so wird dieser garantiert Ihre Bilanzen (die aber einer gewissen Unternehmensgröße öffentlich sind!) anfordern, um feststellen zu können, was das Unternehmen zu leisten im Stande ist.
Es gilt nun die goldene Mitte dazwischen zu finden einerseits sich ärmer zu machen als man ist und hin und wieder Verluste zu schreiben (Stichwort Steuerminimierung), aber andererseits für solche Partner immer noch attraktiv genug zu bleiben.
FAZIT: Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit immer wieder der Tatsache, dass Ihr Unternehmen stets liquide Mittel zur Verfügung haben muss. Scheuen Sie sich auch nicht davor Leute einzustellen, die sich einzig allein darum kümmern, dass Ihre Kunden auch wirklich zahlen und sie gegebenenfalls daran zu erinnern bzw. abzumahnen. Außerdem halten Sie immer im Auge, dass die Bilanz Ihres Unternehmens sowohl mittel- als auch langfristig eine gesunde Entwicklung macht.




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