Wer Geld anlegt, erhält dafür Zinsen. So ist es auch bei Anleihen. Da werden die Zinsen halbjährlich oder jährlich immer zu einem bestimmten Zeitpunkt gezahlt. Die Zinsen erhält immer der, der die Anleihe zu diesem Zeitpunkt besitzt. Daher muss ein Ausgleich geschaffen werden, wenn Anleihen zu anderen Zeitpunkten ge- oder verkauft werden. Wer eine Anleihe handelt, findet deshalb auf dem Beleg nicht nur den Kurswert und die Börsengebühren, sondern auch noch so genannte Stückzinsen.
Machen wir ein Beispiel. Eine Anleihe wird zu pari emittiert. Die Zinsen von nominal 6 % werden jährlich gezahlt. Somit erhält der Anleger, wenn er eine Anleihe im Wert von 1.000 Euro bei der Ausgabe erwirbt, nach 12 Monaten 60 Euro Zinsen.
Verkauft er die Anleihe aber schon nach drei Monaten, stehen ihm nur Zinsen für drei Monate zu. Dem Käufer, die die Anleihe danach neun Monate hält, stehen die Zinsen für diesen Zeitraum zu; er erhält aber die Zinsen für 12 Monate ausgezahlt, weil er zu diesem Zeitpunkt die Anleihe in seinem Depot hat. Deshalb müssen Stückzinsen berechnet werden. Der Verkäufer erhält nicht nur den Verkaufspreis, sondern zusätzlich noch Stückzinsen für drei Monate in Höhe von 15 Euro. Der Käufer muss den Kaufpreis bezahlen, findet auf seiner Abrechnung aber zusätzlich noch 15 Euro Stückzinsen, die er ebenfalls bezahlen muss.
Bei einer Anleihe spielt es daher keine Rolle, zu welchem Zeitpunkt man sie erwirbt. Die Zinsen werden immer über die Stückzinsen taggenau ausgeglichen. Wer sich für eine Anleihe interessiert, findet bei den Börsenangaben auch immer den Zinszahlungszeitpunkt.




Hier auf conserio.net finden Sie die besten seriösen Angebote, Tipps und Tricks für Ihr Geld, zusammengetragen von langjährigen Bankexperten.
Sie kommen aus Österreich?