Wer sich mit Wertpapieren wie Aktien, Optionsscheinen oder Anleihen beschäftigt, braucht in erster Linie Informationen. Diese kann man aus Zeitungen und dem Fernsehen gewinnen, aber auch durch die Analyse von Geschäftsberichten oder den beim elektronischen Bundesanzeiger hinterlegten und damit öffentlich zugänglichen Jahresabschlüssen. Fachzeitschriften und Online-Dienste liefern ebenfalls neutrale Informationen. Börsenbriefe andererseits können oft Informationen enthalten, die den Interessen des Herausgebers dienen. Solche Tipps sind dann weniger wert. Das alles kostet Geld – und vor allem Zeit.
In diesem Punkt sind die bei Banken und Wertpapierbrokern beschäftigten Mitarbeiter dem Privatanleger im Vorteil. Sie können sich hauptamtlich mit der Analyse beschäftigen, haben weltweiten Zugang zu allen Arten von Informationen und natürlich auch die Erfahrung, in welcher Börsensituation welche Aktie besser als eine andere “läuft”. Aber dieser Service muss teuer bezahlt werden. Wenn ein guter Tipp einem Bankmanager Millionen an Boni einbringt, muss schon ein entsprechender Umsatz erwirtschaftet werden. An der Börse wird eben spekuliert; da müssen nicht immer auch tatsächlich fundamentale Gründe für die Kursbewegungen bestehen.
Der Anleger steht deshalb vor dem Dilemma, sich entweder auf die Informationen der Profis zu verlassen und dafür durch hohe Depot- und Transaktionsgebühren zu bezahlen, oder aber sich die Informationen selbst zu beschaffen und dann in eigener Verantwortung Börsengeschäfte zu tätigen. Auch wer nur wenig Zeit investieren will, kann an der Börse erfolgreich sein, wenn er seine Strategie entsprechend ausrichtet. In diesem Falle sind “heiße” Spekulationen mit hohen Gewinn-, aber ebenso hohen Verlustmöglichkeiten tabu, weil sie eine ständige Beobachtung und deshalb viel Zeit erfordern.




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